?

Log in

No account? Create an account
uni

chija in fannish_chi

040. Fiction: Der Bruder, den ich nie hatte

Der Bruder, den ich nie hatte
Original: Schalmeienklänge (mine) | Feobar, Fina | - | PG-13 | german | 221 words

Sieben Jahre.
Sieben Raben.

Sieben Lügen.

Feobar lag auf dem Rücken, kaute an einem Grashalm und beobachtete die schwarzen Vögel, die sich scheinbar unschuldig auf zwei Bäumen in der Nähe niedergelassen hatten. Unauffälligkeit war noch nie seine Stärke gewesen.

„Was machst du hier?“
Sie setzte sich neben ihn.
„Nichts.“
Fina zuckte die Schultern, es hatte sie noch nie gestört, wenn ihr Bruder nicht mit ihr redete, und pflückte ein paar Gänseblümchen, um sie zu einem Kranz zu flechten.
„Wann gehst du wieder?“
„Bald.“
„Wann kommst du wieder?“
Vielleicht niemals, wen das Glück ihm nicht hold war. Vielleicht auch dann niemals, wen ihm das Glück hold war, er war ein Spielmann, er konnte niemals sagen, ob er sein Dorf und seine Lieben wiedersehen würde.
„Ich weiß es nicht.“
Fina seufzte und ließ die Hände sinken. Die Blüten in ihrem Schoß färbten sich langsam violett.
„Es ist nicht leicht, weißt du?“
„Ich weiß. Aber das Gold, das ich mitgebracht habe, wird eine Weile reichen. Und du hast ja noch die Ziegen.“
„Das meinte ich nicht.“
„... ich weiß.“ Am liebsten hätte er sie in seine Arme gezogen und ihr alles erklärt, aber er wusste, dass er keine Worte gefunden hätte. Fina strich über seinen Arm.
„Komm nur wieder, Bruder. Es ist nicht leicht, aber es ist leichter, wenn du hier bist.“

Comments