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chija in fannish_chi

037. Fiction: Der Hinkende

Der Hinkende
Original: Schalmeienklänge (mine) | Feobar, Torín, der Hinkende | - | PG-13 | german | 278 words

Sie nannten ihn „den Hinkenden“, niemand wusste mehr, wieso, denn der Feuerspucker war so behände wie ein Wiesel und geschickter als ein Dieb, das erzählt ihm jeder und in ihren Stimmen schwang Ehrfurcht mit. Feobar mochte ihn. Der Hinkende hatte eine warme, angenehme Stimme und er hatte ihn sogar sein Gesicht betasten lassen. „Damit du sehen kannst, ob ich es bin, wenn jemand behauptet, der beste Feuerspucker von allen zu sein“, hatte er erklärt und dabei gelacht.
„Er lässt das Feuer für sich tanzen, es leckt an seinen Armen, aber es verbrennt ihn nicht, es ist faszinierend“, schwärmte Torin und Feobar ärgerte sich ausnahmsweise mal darüber, dass er es nicht mit eigenen Augen sehen konnte. „Und er erinnert mich an irgendwen, aber frag mich nicht, an wen.“ Der Feuerspucker hatte die letzten Worte gehört und setzte sich zu ihnen. „Das sagt man mir oft. Erklären kann ich es mir allerdings nicht. – Wohin zieht ihr eigentlich?“
„Nach Westen“, antwortete Feobar.
„Dort gibt es zu dieser Jahreszeit keine Märkte.“
„Nein. Aber Torins Trommel braucht ein neues Fell und meine Schwester einen neuen Gürtel.“
„Klingt gut. Ich begleite euch.“
„Warum?“
„Im Westen liegt das Meer. Dort bin ich noch nie gewesen.“

Hätte Feobar sehen können, hätte er gewusst, warum der Hinkende mit ihnen gehen wollte, und nicht nach Süden, wo die Viehmärkte gutes Geld versprachen. Er hätte ihn erkannt, diesen Sohn seines Fürsten, der bei Nacht und Nebel verschwunden war aus seines Vaters Burg. Man murmelte immer noch, die Mauern hätten ihn verschluckt.
„Gut. Dein Feuer kann sicher auch zu unseren Instrumenten tanzen, oder?“
Torin, der über diesen neuen Gefährten alles andere als unglücklich war, lachte. „Und Ninia wird sich freuen.“

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